Lohnbestimmungen (Care-Migrantin)

HAUSWIRTSCHAFTLICHE TÄTIGKEITEN
Zu den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten gehören folgende Bereiche: Reinigungsarbeiten, Besorgung der Wäsche, Einkaufen, Kochen, Mithilfe bei der Betreuung von Kindern, Betagten und Kranken.
Wenn Sie mehr als fünf Stunden pro Woche in einem Privathaushalt hauswirtschaftliche Tätigkeiten verrichten, gilt ein nationaler Mindestlohn.

Der Mindestlohn pro Stunde beträgt brutto,
exklusiv Zuschläge für Ferien und Feiertage:

  • für ungelernte ArbeitnehmerInnen: Fr. 18.90
  • für ungelernte ArbeitnehmerInnen mit mindestens vier Jahren Berufserfahrung in der Hauswirtschaft: Fr. 20.75
  • für gelernte ArbeitnehmerInnen mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis in der Hauswirtschaft: Fr. 22.85
  • für gelernte ArbeitnehmerInnen mit einer abgeschlossenen, mindestens 2-jährigen beruflichen Grundbildung mit Bezug zu hauswirtschaftlichen Tätigkeiten: Fr. 20.75

Das Gesetz verbietet es, weniger als diese Mindestlöhne zu bezahlen. Je nach Region und den dort geltenden Lebenshaltungskosten sollten Sie einen höheren Lohn erhalten.

BETREUUNGS- UND PFLEGETÄTIGKEITEN
Zu den Betreuungs- und Pflegetätigkeiten gehören folgende Bereiche: Betreuung, Körperpflege, Ernährung, Mobilität, Wundversorgung, Medikamentenabgabe, Blutzuckermessung.
Wenn Sie auch Betreuungs- und Pflegetätigkeiten übernehmen sollen, müssen Sie dafür qualifiziert sein. Der Lehrgang zur PflegehelferIn des Schweizerischen Roten Kreuzes SRK befähigt zur Ausführung der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität). Andere Pflegetätigkeiten dürfen Sie nur mit einer kantonalen Bewilligung ausüben. Informationen dazu finden Sie bei den Gesundheitsbehörden des Kantons, in dem Sie arbeiten wollen (siehe unten).

Sobald Sie mehrheitlich Betreuungs- und Pflegeaufgaben ausüben, haben Sie das Recht auf den üblichen Lohn für Betreuungs- und Pflegetätigkeiten. Dieser liegt beträchtlich über den Ansätzen für hauswirtschaftliche Tätigkeiten.

Beispiel Mindestlohnberechnung hauswirtschaftlicher Tätigkeiten:
(Stundenlohn x Wochenstunden) x 52 : 12 = Monatslohn

Beispiel ungelernte ArbeitnehmerIn, 42 Wochenstunden:
(18.90 x 42) x 52 : 12 = Fr. 3440.– pro Monat

Falls die Ferien nicht bezogen werden, müssen bei vier Wochen Ferien 8,33 Prozent zum Bruttolohn aufgerechnet werden, bei fünf Wochen 10,64 Prozent.
Die Feiertage sind kantonal festgelegt (siehe Feiertage). Werden diese nicht bezogen oder kompensiert, müssen sie entschädigt werden. Bei neun Feiertagen im Jahr beträgt der Zuschlag 3,59 Prozent auf den Bruttolohn.

Beispiel Ferienzuschlag (4 Wochen) und Feiertagezuschlag (9 Tage)
Fr. 3440.– Lohn pro Monat +3,59 Prozent Feiertagszuschlag +8,33 Prozent Ferienzuschlag = 3850.– pro Monat

Erkundigen Sie sich über die Anzahl Feiertage bei der Verwaltung des Kantons, in dem Sie tätig sind (siehe Feiertage).

Achtung! Auch Bereitschaftsdienst ist Arbeitszeit und Sie haben das Recht auf eine Bezahlung. Der Bereitschaftsdienst kann jedoch unter dem Ansatz der Arbeitszeit vergütet werden. Die Einhaltung dieser Lohnbestimmung darf von den Kantonen kontrolliert werden.